{"id":5648,"date":"2021-09-06T15:00:40","date_gmt":"2021-09-06T13:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/?p=5648"},"modified":"2021-09-06T10:09:26","modified_gmt":"2021-09-06T08:09:26","slug":"efa_diario-3-die-suedtiroler-wg-in-alpbach-das-europaeische-forum-alpbach-bunt-vielfaeltig-und-hochkaraetig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/efa_diario-3-die-suedtiroler-wg-in-alpbach-das-europaeische-forum-alpbach-bunt-vielfaeltig-und-hochkaraetig\/","title":{"rendered":"EFA_diario #3: Die S\u00fcdtiroler WG in Alpbach: Das Europ\u00e4ische Forum Alpbach \u2013 bunt, vielf\u00e4ltig und hochkar\u00e4tig"},"content":{"rendered":"\n<p> Das Europ\u00e4ische Forum Alpbach fand heuer zum ersten Mal in hybrider Form mit begrenzter Teilnehmer*innenzahl vor Ort statt. Wir, acht Stipendiat*innen des CASA (Club Alpbach S\u00fcdtirol \u2013 Alto Adige), haben Ende August daran teilgenommen. Studierende und junge Berufst\u00e4tige treffen im idyllischen Bergdorf Alpbach j\u00e4hrlich mit Vertreter*innen und Entscheidungstr\u00e4ger*innen aus Politik und Wirtschaft sowie Expert*innen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten zusammen. Wir S\u00fcdtiroler Stipendiat*innen wohnten im obersten Stock des \u201eHaus Barbara\u201c am Rande des Bergdorfes in den Nordtiroler Alpen. Wir waren ein bunt gemischter Haufen: Architektur, Energietechnik, Molekularbiologie, Philosophie, Politik, Psychologie, Raumplanung, Wirtschaft sind unsere Studienf\u00e4cher; Graz, Innsbruck, Leoben, London, Mailand, Salzburg, St. Gallen, Wien unsere Studienst\u00e4dte. Wie wir es von unserem Uni-Leben kennen, begaben wir uns vormittags zu Vortr\u00e4gen,Seminaren und Gespr\u00e4chsrunden ins Kongresszentrum. Abends traf man sich im Dorfgasthaus \u201eJakober\u201c, wo bis sp\u00e4t in die Nacht hinein weiterdiskutiert und getanzt wurde. Und wie es sich f\u00fcr eine Student*innen-Wohngemeinschaft geh\u00f6rt, hatten wir auch viel Spa\u00df bei dem einen oder anderen gemeinsamen Kochabend oder Watter im \u201eHaus Barbara\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/CASA_CC_EFA-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5649\" width=\"768\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/CASA_CC_EFA-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/CASA_CC_EFA-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/CASA_CC_EFA-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/CASA_CC_EFA.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption>Credits: Anna Wenter EFA21<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Das  dreiw\u00f6chige Forum<strong> <\/strong>war \u00fcberaus bunt, vielf\u00e4ltig und hochkar\u00e4tig \u2013 damit kann unser Uni-Alltag nicht mithalten. Neben dem Vortrag des <strong>Nobelpreistr\u00e4gers Joseph G. Stiglitz <\/strong>und den sehr pers\u00f6nlichen Kamingespr\u00e4chen mit verschiedenen Politikern und Politikerinnen sowie anderen Entscheidungstr\u00e4gern und Expertinnen, werden wir uns noch lange an die gemeinsame Sonnenaufgangswanderung zur \u201eGratlspitze\u201c sowie den obligatorischen Kaiserschmarrn auf der \u201eZotta-Alm\u201c zur\u00fcckerinnern.F\u00fcr mich als Psychologin, die ich mich in meinem PhD-Studium im Rahmen der \u201eTiroler COVID-19 Kinderstudie\u201c mit der Lebensqualit\u00e4t und psychischen Gesundheit von Nord- und S\u00fcdtiroler Kindern w\u00e4hrend der Coronapandemie besch\u00e4ftige, waren die beiden Vortr\u00e4ge zur \u201eMental Health\u201c von besonderem Interesse. Am Samstagabend berichtete der Harvard-Professor<strong> Robert J. Waldinger<\/strong> von der \u201e<strong>Harvard University Study of Adult Development\u201c<\/strong> (TED-Talk: \u201eWhat makes a good life? Lessons from the longest study on happiness\u201d). Hierbei handelt es sich um die bisher l\u00e4ngste (seit 1938) <strong>Studie zur physischen und psychischen <\/strong>Gesundheit sowie Lebensgestaltung. Die Studie kam zum Schluss, dass unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und die Zufriedenheit in unseren Beziehungen eine besonders gewichtige Rolle f\u00fcr unsere Gesundheit spielen. So ist Einsamkeit f\u00fcr unsere Gesundheit genauso sch\u00e4dlich wie Zigarettenrauchen oder Alkoholkonsum. Nach dem Vortragfand am Abend im Hotel \u201eB\u00f6glerhof\u201c die \u201eReception\u201c der \u201eSeneCura-Gruppe\u201c, des f\u00fchrenden privaten Betreibers von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in \u00d6sterreich, statt, wo wir bei H\u00e4ppchen und Musik hautnah auf den \u00f6sterreichischen Gesundheitsminister Wolfgang M\u00fcckstein trafen. Am Sonntagmorgen lautete der Titel der Veranstaltung im Kongresszentrum dann <strong>\u201eLet\u2019s Talk Mental Health\u201c<\/strong>. In seiner Rede berichtete der Gesundheitsminister davon, dass einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien zufolge die Coronakrise quer durch die Bev\u00f6lkerung zu mehr psychischemStress und Einsamkeit gef\u00fchrt hat. Besonders hervorgehoben hat Gesundheitsminister M\u00fcckstein, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit psychischen Problemen k\u00e4mpfen, in der Coronakrise angestiegen ist. Auch in der \u201eCOVID-19 Kinderstudie\u201c unter der Leitung von Primarin Univ.-Prof. Kathrin Sevecke und Psychologin Dr. Silvia Exenberger, die an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Kinder- und Jugendpsychiatrie Innsbruck durchgef\u00fchrt wird und bei der ich selbst mitarbeite, zeigt sich dieses Bild. So zeigten sich im ersten Lockdown eine Einschr\u00e4nkung der Lebensqualit\u00e4t und das Bedrohungserleben der Kinder. Mittlerweile wurden drei Erhebungen durchgef\u00fchrt: Von Messzeitpunkt zu Messzeitpunkt nahm die psychische Belastung der Kinder zu. So wiesen beispielsweise im Winter 2021 bereits 15 Prozent der Kinder klinisch relevante Symptome auf. Sie zeigten mehr Angst- und Traumasymptome sowie eine schlechtere Lebensqualit\u00e4t als in der ersten Befragung.Wenn ich einen Wunsch frei h\u00e4tte, w\u00fcrde ich mir als Psychologin f\u00fcr die n\u00e4chsten Alpbach-Jahre vertiefteren Input bez\u00fcglich bzw. mehr Fokus auf das Thema \u201eMental Health\u201c w\u00fcnschen. Denn diesesThema geht uns alle an \u2013 egal ob aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft. Und mit zwei von \u00fcber hundert Vortr\u00e4gen im Rahmen der Symposien war die psychische Gesundheit im heurigen Jahr 2021 in Alpbach \u2013 wie auch in unserer Gesellschaft \u2013 doch eher ein Randthema. Neben den Themen \u201eMental Health\u201c und Gesundheit hat mir das Forum Alpbach jedoch viele Anregungen zu den unterschiedlichsten Themen aus Politik, Wirtschaft und Technologie gegeben. Zudem haben wir viele inspirierende Personen getroffen. Besonders beeindruckt haben mich zum Beispiel der Auftritt der sudanesisch-amerikanischen Poetry-Slammerin und <strong>Aktivistin Emi Mahmoud<\/strong>, die \u00f6sterreichische Klimaaktivistin Katharina Rogenhofer mit ihrem Buch \u201e\u00c4ndert sich nichts, \u00e4ndert sich alles\u201c und das Zusammentreffen mit der <strong>\u00f6sterreichischen Justizministerin Alma Zadi\u0107<\/strong>, die uns vortraumhafter Alpbach-Kulisse in kleiner Runde von ihrer Kindheit als bosnische Immigrantin in Wien und von ihrer k\u00fcrzlichen Mutterschaft als Ministerin erz\u00e4hlt hat. Drei junge, starke Frauen mit besonderen Geschichten, viel Mut und Engagement. Ich w\u00fcnsche m\u00f6glichst vielen jungen Menschen solche Alpbach-Momente, wie ich sie heuer erleben durfte! <\/p>\n\n\n\n<p>Anna Wenter<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Europ\u00e4ische Forum Alpbach fand heuer zum ersten Mal in hybrider Form mit begrenzter Teilnehmer*innenzahl vor Ort statt. 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