{"id":3727,"date":"2018-08-30T16:19:32","date_gmt":"2018-08-30T14:19:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/?p=3727"},"modified":"2018-08-31T15:48:21","modified_gmt":"2018-08-31T13:48:21","slug":"efa_diario-7-ueber-den-rhythmus-der-uns-alle-angeht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/efa_diario-7-ueber-den-rhythmus-der-uns-alle-angeht\/","title":{"rendered":"EFA_diario #7: \u00dcber den Rhythmus, der uns alle angeht"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-it\">Ci spiace, ma questo articolo \u00e8 disponibile soltanto in <a href=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3727\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Tedesco<\/a>. Per ragioni di convenienza del visitatore, il contenuto \u00e8 mostrato sotto nella lingua alternativa. Puoi cliccare sul link per cambiare la lingua attiva.<\/p><p><\/p>\n<h3>Martin Grubinger \u00fcber den politischen Rhythmus in \u00d6sterreich und Europa. Dazu meine Gedanken.<\/h3>\n<p>Jegliche Bedenken um seine gro\u00dfe Kuchenvorliebe trommelt sich <strong>Martin Grubinger<\/strong> im wahrsten Sinne des Wortes vom Leib. Bis zu 2000 Kalorien verbrennt der <strong>\u00f6sterreichische Profi-Schlagzeuger<\/strong>, wenn er mit einem Spitzenpuls von 196 und 1124 Trommelschl\u00e4gen pro Minute die gro\u00dfen, bekannten Konzerth\u00e4user in emotionsgeladene Klangwolken einh\u00fcllt. In Berlin und Wien, in Paris und M\u00fcnchen. Trommelschlag und Puls rasen bei Grubinger aber mindestens genauso um die Wette, wenn er als Sozialdemokrat den politischen Takt angibt, so wie an jenem einen Nachmittag beim Forum Alpbach. Einige Stipendiatinnen und Stipendiaten vom Club Alpbach S\u00fcdtirol waren mit dabei.<\/p>\n<div id=\"attachment_3731\" style=\"width: 1180px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_6091-2-1-1.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-3731\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-3731 size-mailpoet_newsletter_max\" src=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_6091-2-1-1-1320x658.jpg\" alt=\"\" width=\"1170\" height=\"583\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3731\" class=\"wp-caption-text\">CASA-Stipendiat_innen Anna Katharina, Lisa, Antonius, CASA-Vizepr\u00e4sidentin Anna Von Hepperger und Martin Grubinger in Alpbach<\/p><\/div>\n<p>Das Tal entlang des Flusses Alpbach hat etwas Besonderes an sich. F\u00fcr die einen sind es die Berge im schillernden Sonnenlicht, die saftig gr\u00fcnen Wiesen und W\u00e4lder oder gar die erfrischende H\u00f6henluft auf der Gratlspitze. F\u00fcr mich liegt der <strong>Zauber vom Forum Alpbach<\/strong> in Tagen wie diesen, wo sich Gemeinschaft, Offenheit und ein Gef\u00fchl von tief verwurzelter Standhaftigkeit in den Vortragsraum schleichen. Innere Kr\u00e4fte wachsen \u2013 ich f\u00fchle mich wie \u201eBruce Allm\u00e4chtig\u201c. Den Motivationsfunken daf\u00fcr verspr\u00fcht Martin Grubinger \u2013 hier in Alpbach ausnahmsweise ohne seine polyphonen Schlagzeugrhythmen. Aber sp\u00e4testens dann, wenn sich der junge Musiker in seinem G\u00e4stesessel quirlig hin und her dreht, mit seinen Fingern und Zehenspitzen den Metronomschlag angibt und seinen Kopf im Takt schwingt, wird klar: Grubinger ist der Rhythmus selbst, auch dann, wenn er in Alpbach als \u00fcberzeugter Sozialdemokrat die Trommel wirbelt.<\/p>\n<p>Trotz sozialdemokratischer Einstellung verschont der junge \u00d6sterreicher die SP\u00d6 nicht, im Gegenteil. Die Partei muss lernen, dass \u00d6sterreich nicht an der Wiener Westausfahrt endet, sagt Grubinger. Vor allem in l\u00e4ndlichen Gegenden m\u00fcsse politische Aufkl\u00e4rungsarbeit nachgeholt werden. Denn wenn Zugverbindungen, \u00c4mter, Gesch\u00e4fte und Arztstellen auf dem Land pl\u00f6tzlich aufgel\u00f6st werden \u2013 so wie in seinem eigenem Herkunftsgebiet, dem Hausruckviertel \u2013 sei es nicht verwunderlich, dass sich \u00d6sterreichs Landmenschen von den Sozialdemokraten abgeh\u00e4ngt f\u00fchlten. Von ihrem steuerlich finanzierten Rundfunk-Symphonieorchester Wien (RSO) bek\u00e4men sie ja ebenso wenig zu h\u00f6ren, au\u00dfer sie reisten zu einem der wenigen Konzerte, die das RSO in Wien noch macht. Und vor diesem dringenden sozialdemokratischen Handlungsbedarf hei\u00dft es dann noch resilient zu bleiben, als vereintes Europa. Resilient gegen den Druck seitens des transatlantischen Wirtschaftsmonsters zum einen und des \u00f6stlichen Krim-R\u00e4ubers zum anderen, w\u00e4hrend Brexit und Migrationspolitik Europa ohnehin schon zum Brodeln bringen. Der aufsteigende Dampf riecht nach Unsicherheit, Angst und Uneinigkeit \u2013 das sind Gef\u00fchle, die den nationalistisch orientierten Parteien wie der FP\u00d6 das Wasser auf der M\u00fchle sind, so Grubinger. Ihnen m\u00fcsse der Wind aus den Segeln genommen werden. Im presto. Im <strong>presto prestissimo.<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Schlagzeuger scheut diese Verantwortung nicht und will agieren. Wie denn? Als Musiker? Ich bin skeptisch. Seine Antwort lautet aber felsenfest \u00fcberzeugt: Ja, als Musiker. Zusammen mit Musikfreunden will Grubinger an l\u00e4ndlichen Schulen Musikeinheiten anbieten, die Kultur damit auf das Land zur\u00fcckbringen und zeigen: <strong>\u00d6sterreich endet eben doch nicht an der Wiener Westausfahrt<\/strong>. Grubingers Musikprojekt scheint mir zun\u00e4chst wie ein Tropfen auf dem hei\u00dfen Stein. Doch ich will es mit einer Portion Idealismus probieren, die manchmal \u2013 nun einmal ehrlich \u2013 einfach gut tut: Wenn wir \u00fcber unseren Tellerrand hinaus blicken w\u00fcrden, uns befreiten von dem Alltagsrad, das sich ohnehin nicht dreht und uns der Verantwortung als Europ\u00e4er stellen w\u00fcrden, egal in welcher kleinsten Kleinigkeit \u2013 dann k\u00f6nnte jeder von uns dazu beitragen, Werte wie Offenheit, Zusammenhalt, Freiheit und Menschlichkeit zu s\u00e4en. Und um diesen europ\u00e4ischen Geist sollte es uns als kleine Nationalstaaten Europas schlie\u00dflich gehen, wenn uns Herausforderungen von innen und au\u00dfen zustr\u00f6men. Um jenen Geist, der nationsorientierte Diskussionen in ihrer Relevanz schlichtweg nichtig und klein macht. Und als verwurzelte S\u00fcdtirolerin f\u00e4llt mir dazu die Diskussion um den Doppelpass ein. Oder die ewig wiederkehrende Frage nach der S\u00fcdtiroler Identit\u00e4t. Wenn wir unsere Wurzeln sp\u00fcren, unsere Traditionen und \u00dcberzeugungen leben und auch jene anderer respektieren, dann sind wir resilient genug, Herausforderungen anzunehmen und Diversit\u00e4t mit ausgebreiteten Armen als Chance zu erkennen. Davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Was Europa aus meiner Sicht also braucht, sind mehr Menschen, die zu Trommelschl\u00e4geln greifen und mit einem Spitzenpuls von 196 und 1124 Schl\u00e4gen pro Minute auf die Pauke schlagen. <strong>Wir m\u00fcssen Europa wieder einen Rhythmus geben, einen polyphonen, vielf\u00e4ltig klingenden und starken. Denn der Rhythmus Europas ist der Rhythmus unserer Zukunft und der geht uns schlie\u00dflich alle an.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Lisa Hintner<\/p>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ci spiace, ma questo articolo \u00e8 disponibile soltanto in Tedesco. Per ragioni di convenienza del visitatore, il contenuto \u00e8 mostrato sotto nella lingua alternativa. Puoi cliccare sul link per cambiare la lingua attiva. Martin Grubinger \u00fcber den politischen Rhythmus in \u00d6sterreich und Europa. Dazu meine Gedanken. Jegliche Bedenken um seine gro\u00dfe Kuchenvorliebe trommelt sich Martin [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":3763,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":""},"categories":[19],"tags":[118,229,222,232,143,56,231],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/WEBSITE_2018_EFA_grubinger.png","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p4dUDD-Y7","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3727"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3727"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3750,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3727\/revisions\/3750"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3763"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}