{"id":2644,"date":"2016-08-28T15:05:34","date_gmt":"2016-08-28T13:05:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/?p=2644"},"modified":"2016-10-14T15:36:55","modified_gmt":"2016-10-14T13:36:55","slug":"kulturelle-kulturflucht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/kulturelle-kulturflucht\/","title":{"rendered":"Kulturelle Kulturflucht"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-it\">Ci spiace, ma questo articolo \u00e8 disponibile soltanto in <a href=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2644\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Tedesco<\/a>. Per ragioni di convenienza del visitatore, il contenuto \u00e8 mostrato sotto nella lingua alternativa. Puoi cliccare sul link per cambiare la lingua attiva.<\/p><p><div id=\"attachment_2646\" style=\"width: 1311px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o.jpg\" rel=\"attachment wp-att-2646\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-2646\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2646\" src=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o.jpg\" alt=\"Lesung auf der Schafalm\" width=\"1301\" height=\"1014\" srcset=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o.jpg 1301w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o-300x234.jpg 300w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o-768x599.jpg 768w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o-1024x798.jpg 1024w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/14102874_897808293658211_4289900149379348630_o-600x468.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 1301px) 100vw, 1301px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2646\" class=\"wp-caption-text\">Lesung auf der Schafalm<\/p><\/div><\/p>\n<p>Von Anna Lena Zippl<\/p>\n<p>Der Weg zur Schafalm gestaltet sich nicht ganz einfach. Karin, die Altwirtin vom B\u00f6glerhof, f\u00e4hrt uns in ihrem alten Volvo \u00fcber die steile Schotterstra\u00dfe hin, mehrmals muss sie den Wagen zur\u00fcckrollen lassen und Anlauf nehmen, immer wieder geraten die Reifen auf den losen Steinen ins Schleifen, und jedes Mal sterbe ich innerlich einen kleinen Angsttod und kralle mich heimlich am Sitz fest. Ich verfluche schon innerlich die Wahl des Veranstaltungsortes, aber als wir schlussendlich doch heil ankommen, ist sofort klar, dass dies in Alpbach der einzig richtige Ort f\u00fcr eine Lesung ist.<\/p>\n<p>Der ehemalige Schafstall, den Karin zur Denkerwerkstatt ausgebaut hat, liegt am Waldrand am Hang hinter dem B\u00f6glehof. Das Spiel aus Licht und Schatten, der Geruch von unbehandeltem Holz, die Stille nach all dem verbalen Gew\u00f6lle sind wohltuend, sofort stellt sich Frieden ein, und Inspiration.<\/p>\n<p>Hand in Hand geht die Arbeit voran, als Felix und ich Tische ab- und Stuhlreihen aufbauen und den omnipr\u00e4senten S\u00fcdtiroler Speck anrichten. In meinem inneren Ruhen und \u00e4u\u00dferen Tun bekomme ich gar nicht mit, wie sich der Raum mit den Lesenden und den Zuh\u00f6renden f\u00fcllt. Aus den Stimmen dringt pl\u00f6tzlich lautes Lachen durch, es kommt von einer Kunstinstallation am Fenster, \u201eHomerisches Gel\u00e4chter\u201c, erkl\u00e4rt Karin. \u00dcber wen die G\u00f6tter lachen, bleibt auch diesmal offen, und ein bisschen betroffen f\u00fchlen wir uns alle in unserer Alpbach-Blase.<\/p>\n<p>Das Peinlich-Ber\u00fchrtsein schwindet, sobald Barbara Zelger zu lesen anf\u00e4ngt. Mit dem Sing-Sang ihrer Stimme und den Wiederholungen in ihren S\u00e4tzen zieht sie mich in ihren Bann. Sie erz\u00e4hlt von Situationen, in denen Unrecht geschehen ist, Unrecht gegen Einwanderer meist. Situationen, denen sie beigewohnt hat, ohne etwas zu tun gegen das Unrecht. Situationen, die ihr sp\u00e4ter auf dem Magen liegen und aufsto\u00dfen, wie manch einem Stipendiaten die deftige Tiroler K\u00fcche nach alternativenlosen Wochen in Alpbachs Gasth\u00e4usern. Die G\u00e4nsehaut, die sich bei ihrem letzten Text einstellt, macht bewusst, dass auch wir solche Situationen kennen.<\/p>\n<p>Der Bruch zu Barbara Bachmanns viel glatteren, aber nicht weniger tiefen Reportagen ist gro\u00df. Sie liest von Luis Durnwalders Naturnser Domizil, in dem die Jagdtroph\u00e4en und Sammelst\u00fccke seines Lebens als Landeshauptmann ein Museum gefunden haben und das man nur \u00fcber die Kompatscherstra\u00dfe erreicht. W\u00e4hrend ich noch \u00fcber unseren politischen Dinosaurier nachsinne, nimmt uns Barbara mit ins Fl\u00fcchtlingslager Zaatari, auf die Hochzeit eines jungen syrischen Paares, das jahrelang Briefe ausgetauscht und H\u00e4nde gehalten hat, und das pl\u00f6tzlich selbst das nicht mehr konnte, bis es sich in Zaatari wiedergefunden hat.<\/p>\n<p>Als letzte ist Maria Christina Hilber an der Reihe. Ich bin gespannt, vor einem Jahr haben wir als \u201eStipis\u201c ein Zimmer und viele intensive Gespr\u00e4che geteilt, aber von ihren Texten hat sie bisher nichts preisgegeben. Der Kulturflucht in die innere Mongolei, von der ihr erster Text erz\u00e4hlt, habe ich w\u00e4hrend tausendundein Stra\u00dfenbahnfahrten angetreten. Dann versucht Maria, sich dem Drama anzun\u00e4hern, das sich vor genau einem Jahr abgespielt hat, in einem LKW, an der \u00f6sterreichischen Grenze. Mit Worten allein ist ihm nicht beizukommen, aber Maria experimentiert, schl\u00fcpft in Rollen, malt, entfremdet und kommt nah.<\/p>\n<p>Als auch sie mit ihrem Programm am Ende ist, ist die Luft dichter als sonst. Z\u00f6gerlich sind erst die Fragen, z\u00f6gerlich auch die Antworten, die drei jungen Autorinnen sind etwas verlegen, spielen sich gegenseitig den Ball zu. Dann werden sie mutiger, erz\u00e4hlen von ihrer Arbeit, von N\u00e4he und Distanz zu ihren Figuren, von Verantwortung. Verantwortung sp\u00fcren sie alle drei, ihren Protagonisten gegen\u00fcber, und ihren Zuh\u00f6rern gegen\u00fcber, bei denen sie etwas ausl\u00f6sen mit ihren Texten, ihrer Umwelt gegen\u00fcber, die sie gestalten mit ihrer Themenwahl. Wie sie an ihren Texten feilen, so feilen sie an den Antworten, die langsam vor unseren Augen entstehen, sich erg\u00e4nzend, verwebend.<\/p>\n<p>Als wir aufbrechen m\u00fcssen, weil es dunkel wird, ist das Gewebe aus Fragen und Antworten noch lange nicht fertig. Und ich spinne es weiter, auf dem Weg zur\u00fcck von dieser Intensit\u00e4t und Intimit\u00e4t in das jakobersche Gewusel, das ich sonst so liebe und das mir jetzt so grell scheint.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ci spiace, ma questo articolo \u00e8 disponibile soltanto in Tedesco. Per ragioni di convenienza del visitatore, il contenuto \u00e8 mostrato sotto nella lingua alternativa. Puoi cliccare sul link per cambiare la lingua attiva. Von Anna Lena Zippl Der Weg zur Schafalm gestaltet sich nicht ganz einfach. 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