{"id":2055,"date":"2015-08-27T11:37:32","date_gmt":"2015-08-27T09:37:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/?p=2055"},"modified":"2015-08-31T16:50:02","modified_gmt":"2015-08-31T14:50:02","slug":"ein-ungleich-gesunder-ausbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/ein-ungleich-gesunder-ausbruch\/","title":{"rendered":"Ein ungleich gesunder Ausbruch"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Von Anna Lena Zippl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich bin ich ja nach Alpbach gekommen, um meinen medizinischen Tunnelblick wieder loszuwerden und endlich wieder einmal etwas anderes zu h\u00f6ren. Als ich das Programm der Gesundheitsgespr\u00e4che gesehen habe, hat sich aber das freudig h\u00fcpfende \u201eBingo\u201c &#8211; Gef\u00fchl eingestellt, das ich habe, wenn Dinge, die mir am Herzen oder auf dem Magen liegen, genau auf den Punkt gebracht werden. Hier ging es n\u00e4mlich nicht um Fachliches, sondern um Themen wie \u201eGesundheitspolitik zwischen Nanny-Staat und Neoliberalismus\u201c, \u201eZweiklassenmedizin\u201c und \u201eGesundheitliche Ungleichheiten in der EU\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben Vortr\u00e4gen und Podiumsdiskussionen, in denen sich die Herren Experten vor allem auf der Oberfl\u00e4che des Problemmeeres bewegten und heikle Themen gekonnt umschifften, hatten wir Teilnehmer die M\u00f6glichkeit, in den \u201eBreakout Sessions\u201c aktiv zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->31 Gesundheitspioniere aus ganz Europa erz\u00e4hlten vor Kleingruppen von uns Teilnehmern die Geschichte ihrer Projekte und Initiativen, die Ungleichheiten im Gesundheitssystem beseitigen helfen. Die Probleme, die mit diesen Projekten bek\u00e4mpft werden, reichten von medizinischer Versorgung f\u00fcr Obdachlose und Fl\u00fcchtlinge bis zur \u00dcbersetzung von Fachchinesisch f\u00fcr die Patienten. Die Moderatorin erkl\u00e4rte uns, wir sollten die Geschichten beim Zuh\u00f6ren durchsieben, wie es die Goldsucher machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz (oder wegen?) dieser plastischen Beschreibung konnte ich mir erst nur vage vorstellen, was unsere Aufgabe sein sollte und worauf das Ganze abzielte. Die seltsamen Auftr\u00e4ge und die starre Struktur kamen mir erst eher hinderlich und einschr\u00e4nkend vor. Als wir Zuh\u00f6rer dann aber begannen, in verschiedenen Geschichten Gemeinsamkeiten zu suchen und daraus konkrete Empfehlungen f\u00fcr die Gesundheitspolitik abzuleiten und zu formulieren, kam die Begeisterung zur\u00fcck. Wir Zuh\u00f6rer kamen aus verschiedensten Branchen, waren \u00c4rzte, Sozialarbeiter, Pfleger, Pharmavertreter, Leute aus Verwaltung und Politik \u2013 und so entdeckte ich pl\u00f6tzlich ganz andere Aspekte und Blickpunkte an altbekannten Themen. Ich beobachtete erstaunt, wie aus meinen Notizen, die mir so unzureichend und partiell erschienen, in der Zusammenarbeit mit den Anderen professionell klingende und doch konkrete Empfehlungen Form annahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ergebnisse, die die verschiedenen Gruppen erarbeitet hatten, wurden vom Moderationsteam ein weiteres Mal \u00fcberarbeitet und auf gemeinsame Nenner gebracht. Diese sollten am n\u00e4chsten Tag den \u00f6sterreichischen Gesundheits- und Familienministerinnen pr\u00e4sentiert werden. Ich war sehr gespannt darauf, ob ich in den endg\u00fcltigen Empfehlungen unsere Arbeit noch erkennen w\u00fcrde. Wie erwartet war Manches durch die Verallgemeinerung ausgeh\u00f6hlt worden \u2013 Anderes stand aber sehr konkret und klar da. Gespannt bin ich weiterhin \u2013 und zwar, ob die Ergebnisse dieses Experiments in Partizipation tats\u00e4chlich umgesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Anna Lena Zippl Eigentlich bin ich ja nach Alpbach gekommen, um meinen medizinischen Tunnelblick wieder loszuwerden und endlich wieder einmal etwas anderes zu h\u00f6ren. 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