{"id":1377,"date":"2014-08-25T10:53:09","date_gmt":"2014-08-25T08:53:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/?p=1377"},"modified":"2014-09-14T15:51:34","modified_gmt":"2014-09-14T13:51:34","slug":"20-stunden-alpbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/it\/20-stunden-alpbach\/","title":{"rendered":"20 Stunden Alpbach: Trust the young!"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Wir schreiben den 21. August 2014. Es ist der Beginn der Technologiegespr\u00e4che:\u00a0Der Tag beginnt fr\u00fch (f\u00fcr Alpbacher Verh\u00e4ltnisse) mit einem herzhaften Fr\u00fchst\u00fcck gesponsert vom Bundesministerium f\u00fcr Verkehr, Innovation und Technologie. Bei dieser Gelegenheit g\u00f6nne ich mir mal wieder ein Fr\u00fchst\u00fccksei. W\u00e4hrend des \u201cMobility Breakfast\u201c-Fr\u00fchst\u00fccks waren zwei von drei Tischen mit Jugendlichen vollgestopft, die alle ein blaues T-Shirt trugen mit der Aufschrift \u201eThis is what an Innovator looks like\u201c. Diese Blauhemden w\u00fcrden uns durch die ganzen Technologiegespr\u00e4che begleiten als Werbemittel f\u00fcr das Bundesministerium, die neuen Talente in \u00d6sterreich. Pl\u00f6tzlich, w\u00e4hrend alle Nicht-Blauhemden beim Essen waren und einige sich noch einen ordentlichen Nachschlag holten, sprangen die Blauhemden pl\u00f6tzlich wie auf Kommando auf und verlie\u00dfen den Speisesaal. Die Nicht-Blauhemden wie ich wurden von der pl\u00f6tzlichen Aufbruchsstimmung \u00fcberrascht, aber es war klar, dass wir den Anderen in einen Nebenraum zu folgen hatten, wo dann ein Tischgespr\u00e4ch mit vier Experten aus dem Mobilit\u00e4tssektor stattfand. Nach dem tollen Fr\u00fchst\u00fcck waren auch die Gespr\u00e4che nicht so schlecht und man sprach \u00fcber autonom fahrende Autos, \u00fcber Startups und was von Mitarbeitern, die gleichzeitig wie Mitunternehmer agieren sollten, erwartet w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Nach der gelungenen Einstimmung auf die Technologiegespr\u00e4che ging es im gleichen Rhythmus weiter \u2013 zuerst essen und dann den Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zuh\u00f6ren und mit ihnen diskutieren. Dazwischen war ein bisschen Networking angesagt.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Als n\u00e4chste Station stand der Technologiebrunch im Alphof auf dem Programm. Dort noch eine Wei\u00dfwurst und ein paar \u201eZwetschgentatscheln\u201c und dann ran an die Experten, die aus S\u00fcdtirol angereist waren, und ein bisschen \u00fcber die Uni Bozen, den Technologiepark und diverse Unternehmen diskutieren \u2013 vielleicht kann man ja ein paar Ideen an den Mann bringen, die S\u00fcdtirols High-Tech Branche verbessern k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Dann geht\u2019s los, alle zum Kongresszentrum. Der Pr\u00e4sident Fischler er\u00f6ffnet die Technologiegespr\u00e4che und der Saal ist gedroschen voll. Wer den Aufbruch vom Brunch zum Kongresszentrum zu sp\u00e4t realisiert hat, muss Herr Dr. Fischler jetzt stehend lauschen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Den restlichen Nachmittag geht es bei den Vortr\u00e4gen der Experten um Startups, Big Data, die neue industrielle Revolution 4.0 und ein bisschen auch um soziale Gerechtigkeit und das Schlie\u00dfen der Schere zwischen Arm und Reich, mit dem Ziel eine gen\u00fcgend hohe Lebensqualit\u00e4t zu bieten, damit man hoch-qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte anlocken kann.\u00a0<\/span><span lang=\"de-DE\">Bei der Industrie 4.0 gibt es nur zwei Themen: Die volle Automatisierung der Industrie mit Robotern und \u201cMachine learning\u201c. Das weckt in mir Gedanken an den Film iRobot. Werden uns bald die Maschinen beherrschen?\u00a0<\/span>Einer der neuen technologischen Hypes, der angesprochen wurde, ist das 3D-Printing. Druck dir deine Legosteine zu Hause oder im Copyshop aus!<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Dieses Jahr war auch eine erw\u00e4hnenswerte Anzahl von Experten aus den USA anwesend, allen voran Professoren aus Stanford und New York. Diese erkl\u00e4rten, dass eine der Hauptaufgaben ihrer Universit\u00e4t darin liegen w\u00fcrde, junge Studienabg\u00e4nger zu motivieren, Startup-Firmen zu gr\u00fcnden und sie zu informieren und zu begleiten bis diese Firmen im Silicon Valley zu Weltkonzernen heranwachsen \u2013 oder scheitern. Das Thema des Plenums war: Innovation und die Kultur des Scheiterns. In der amerikanischen Gesellschaft wird das Scheitern eines Startups nicht so negativ gesehen und dramatisiert wie in Europa. Wir in Europa sind anscheinend noch nicht so weit. Warum? Eine Frage einer jungen Studentin w\u00e4hrend des Plenums, die es vielleicht auf den Punkt brachte, war die Frge danach, warum uns hier die \u00e4lteren Generationen nicht zutrauen w\u00fcrden, erfolgreiche Firmen zu gr\u00fcnden. <\/span>\u201eWhy the older people in Europe don\u2019t trust the young?\u201d <span lang=\"de-DE\">Die Antwort der Stanford-Professoren war schnell und einfach: &#8220;Trust the young!&#8221; Vielleicht als Antwort des Forums auf diesen Umstand k\u00f6nnte man die vielen Jugendlichen mit den blauen T-Shirts verstehen. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Am Ende des Nachmittags ging es dann um das menschliche Gehirn, das so komplex ist, dass man f\u00fcr das 3D-Model eines Gehirns ca. 8 Peta Byte (1 000 000 000 000 000 Byte) Speicherplatz braucht und damit sind wir beim Schwerpunkt Big Data angelangt, das dann den zweiten Tag der Technologiegespr\u00e4che dominierte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1381\" src=\"http:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch-300x225.jpg\" alt=\"Europ\u00e4isches Forum Alpbach 2014 Tagebuch\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch-624x468.jpg 624w, https:\/\/www.alpbach.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Europ\u00e4isches-Forum-Alpbach-2014-Tagebuch.jpg 1255w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Aber an diesem Tag hatte ich auch das Gl\u00fcck, den f\u00fcr mich definierten \u201cSpirit of Alpbach\u201c \u00fcber den Weg zu laufen. Beim Nachhauseweg vom Kongresszentrum hatten zwei junge Alpbacher M\u00e4dchen den Unternehmergeist bewiesen, der so sehr in den Technologiegespr\u00e4chen f\u00fcr Europa gesucht wurde, und einen Souvenirstand auf dem Gehsteig errichtet, wie im Foto zu sehen ist. Und nicht nur, dass sie sich gewinnbringend unternehmerisch bet\u00e4tigten \u2013 sie hatten sich auch auf ihre internationale Kundschaft in dem kleinen Tiroler Bergdorf eingestellt, mit einem Zettel, auf dem zu lesen war: \u201eWE SPEAK ENGLISH TOO\u201c. Bei so viel Engagement unserer j\u00fcngsten Unternehmer in Alpbach musste ich dem Aufruf der Stanford-Professoren \u201eTrust the young!\u201c folgen und ihnen ein paar sch\u00f6ne Steine abkaufen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Der Tag war aber noch nicht zu Ende, denn es ging am Abend weiter zum Alpbacherhof, wo die Karriere-Lounge, die von unserem Club Alpbach S\u00fcdtirol Alto Adige in Zusammenarbeit mit dem Austrian Institute of Technology und Siemens Austria organisiert wurde. Nat\u00fcrlich ging es auch dort im gewohnten Rhythmus des Tages weiter, erst ein bisschen essen und dann folgten Gespr\u00e4che. Diesmal hatte man die Gelegenheit mit einigen der elf geladenen Experten in gem\u00fctlicher Atmosph\u00e4re \u00fcber die Natur des Erfolges zu reden und sich tolle Inputs f\u00fcr seine Zukunft zu holen. Ich habe mich kurz \u00fcber die zivile Raumfahrt mit der Astrophysikerin Pascale Ehrenfreund unterhalten, die einen Asteroiden vorzuweisen hat, der ihren Namen tr\u00e4gt. Dann lauschte ich noch ein bisschen den Geschichten von Carl Djerassi, dem Erfinder der Antibabypille. Am Ende machte ich noch einen Sprung zu Harald Oberrauch, einen Jungunternehmer aus S\u00fcdtirol (Firma Durst), der anscheinend die Zeichen der Zeit erkannt hat und sich als Business Angel an Startups in Europa beteiligt. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Nach der Karriere-Lounge sa\u00dfen Harald Oberrauch, Sebastian Mayrg\u00fcndter, Johannes Brunner und ich noch gem\u00fctlich mit ein paar weiteren CASA-Stipendiaten und Vorarlbergern an der Hotelbar des Alpbacherhofes, wo ebenfalls ein S\u00fcdtiroler aus meiner Heimatgemeinde Eppan Barkeeper ist.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><span lang=\"de-DE\">Auf dem Nachhauseweg mussten wir noch nach alter CASA-Tradition beim Gasthof Jakober reinschauen auf einen, oder zwei Absacker. Kurz bevor die Gefahr bestand, dass die Nacht zu Ende gehen und der Sonnenaufgang kommen w\u00fcrde, kehrten wir ins heimelige und gem\u00fctliche Haus Barbara zur\u00fcck, um noch ein paar St\u00fcndchen zu schlafen bevor es zum Teil 2 der Technologiegespr\u00e4che ging.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Christian Patauner<\/p>\n<p>Alpbach, den 24. August 2014<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir schreiben den 21. August 2014. Es ist der Beginn der Technologiegespr\u00e4che:\u00a0Der Tag beginnt fr\u00fch (f\u00fcr Alpbacher Verh\u00e4ltnisse) mit einem herzhaften Fr\u00fchst\u00fcck gesponsert vom Bundesministerium f\u00fcr Verkehr, Innovation und Technologie. Bei dieser Gelegenheit g\u00f6nne ich mir mal wieder ein Fr\u00fchst\u00fccksei. 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